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Atomic Blonde – Ein entspannter Arbeitstag

Atomic Blonde – Ein entspannter Arbeitstag
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© Universal Pictures

Würde man nur dieses Szenenbild sehen und nichts über die Person wissen die darauf abgebildet ist würde man wohl kaum vermuten, dass es sich dabei um einen leitenden Angestellten des britischen Geheimdienstes handelt, der da seine mit schweren Boots ausgestatteten Füße lässig auf seinem Schreibtisch abgelegt hat und sich genüsslich eine Zigarette anzündet. Aber auch in anderen Bereichen irritiert dieses Bild: In den 80er Jahren war das Rauchen, ganz im Gegensatz zu heute, praktisch noch überall erlaubt, Schlaghosen fand man sowohl bei Frauen als auch bei Männern nicht nur beim Fasching und eigenwillige Printmuster standen ebenfalls bei beiden Geschlechtern ganz oben auf der Shoppingliste. Da "Atomic Blonde" aber zur Zeit des Kalten Krieges um 1980 spielt, passen hier alle Details vom Outfit bis zur Umgebung perfekt zur Zeit, die hier dargestellt werden soll. Und das zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftige Outfit von David Percival (James McAvoy), Leiter der deutschen MI6-Zentrale, ist ein wichtiger Teil von dessen Tarnung. In diesem unruhigen Zeiten würde er mit einem eleganten Anzug oder dem typischen Trenchcoat mit hochgeschlagenem Kragen und einer tief ins Gesicht gezogenen dunklen Wollmütze im vom Spionen nahezu überfüllten Berlin wahrscheinlich auffallen wie ein bunter Hund. Mit seinem Look macht der Geheimagent also alles richtig. Ob das auch bei seiner Arbeit mit der inoffiziellen Geheimwaffe des MI6 Lorraine Broughton (Charlize Theron) der Fall sein wird, bleibt dagegen noch abzuwarten. Die Aufgabe, die man der knallharten Blondine zugedacht hat, ist nämlich alles andere als einfach - und natürlich auch nicht gerade ungefährlich. Das ist auch der Grund, warum die fähige Agentin dieses Mal einen Partner zur Seite gestellt bekommt. Ob ihr dieser helfen wird oder ob er selbst bereits zu tief in die Ränke des internationalen Spionagenetzwerk verstrickt ist, seht ihr im Film. Ein kleiner Tipp aber schonmal vorweg: Vertrauen kann sich in einer Stadt voller Spione aus unterschiedlichen Ländern und noch unterschiedlicheren Interessen als lebensgefährlicher Fehler erweisen...

Outfit von James McAvoy

Weste

Das auffälligste Kleidungsstück im Style von David Percival (James McAvoy) ist wohl sein bunter Pullunder mit V-Ausschnitt und auffälligem Printmuster, den er zu seinem Outfit kombiniert. Mit ihm widersetzt sich der MI6-Agent praktisch allen gängigen Regeln, was klassische Tarnung angeht - und liegt damit goldrichtig. Oder würdet ihr dem entspannt in seinem Sessel liegenden Mann ansehen, dass es sich bei ihm um ein hohes Tier des britischen Geheimdienstes handelt? Sein Look ist zwar auffällig, verschleiert seine Identität aber gerade dadurch viel besser als ein typischer dunkler Mantel mit hochgeschlagenem Kragen, den man am besten noch zu einer tief ins Gesicht gezogenen Wollmütze kombiniert. Mit seinem solchen verdächtig unauffälligen Style würde er in der von Spionen aus gleich mehreren Ländern praktisch überfluteten Stadt Berlin in den 1908er Jahren auffallen wie ein bunter Hund. Dadurch fällt gerade mit diesem farbenfrohen Style dagegen kaum ein Verdacht auf ihn.

Boots

Ein paar schwere Boots sehen gerade zu maskulinen Styles zwar super aus, auf einem Schreibtisch können die derben Treter im Cowboy-Look aber einiges durcheinander bringen. Andererseits scheint die Platte ziemlich stabil und als Chef der Niederlassung kann man sich schließlich so einiges erlauben. Neben einem Style, den heute wohl niemand mehr für einen Arbeitstag im Büro tragen würde, ist auch die Pose des MI6-Angestellten verdächtig bequem. Das gesamte Outfit in Kombination mit der Haltung lässt David Percival (James McAvoy) genau so ungefährlich aussehen, wie es der Agent beabsichtigt und zeigt damit, dass er sich auch bei der Wahl seines Outfit an seinem Job orientiert und selbst während seiner Pausenzigarette darauf achtet, dass seine Tarnung tadellos bleibt.

Jeans

Heute findet mit Hosen mit Bootcut bestenfalls bei Frauen - oder zum Karneval, um mit ihnen den klassischen Retro-Style optisch abzurunden. In den 1980er Jahren, in denen auch der Film "Atomic Blonde" spielt, stehen Schlaghosen neben eigenwilligen Printmustern und hochgeschnittenen Hosen allerdings für beide Geschlechter noch auf der Tagesordnung und lassen sich wohl noch in allen Kleiderschränken finden. Das Outfit von James Percival ist also absolut authentisch und spieltet genau den Look wieder, den man zu dieser Zeit auch in Berlin durchaus erwarten kann.